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Die exakte Ernährungslehre basiert auf wissenschaftlichen Methoden. Mit Hilfe von Synthese und Analyse werden die zu betrachtenden Objekte zerlegt bzw. zusammengesetzt.
Nur dadurch sind exakte wissenschaftliche Erkenntnisse möglich. Aber an einem einfachen Beispiel soll hier das Problem dieser Methoden aufgezeigt werden. Mit der Analyse kann ein Apfel in alle seine einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Jeder dieser Bestandteile wird weiter untersucht. Die Untersuchungen bringen uns viele Erkenntnisse.
So könnte die Bedeutung / der Wert (Einzelwert) des Bestandteils für die menschliche Ernährung ermittelt werden.
Letztendlich bekommt man bei der Untersuchung aller Apfel-Bestandteile zu sehr vielen Erkenntnissen und sehr vielen Werten. Nun könnte man alle Einzelbestandteile nehmen und zusammensetzen (Synthese). Was dabei entstehen würde, ist nicht unbedingt
ein Apfel. Weder die äußere Form, noch der innere Bau werden stimmen, da man sie nicht aus den untersuchten Stoffen ableiten kann. Noch dramatischer ist der Unterschied bei der Summierung der Einzelbedeutungen / Werte der Bestandteile. Die Summe stimmt kaum mit der Realität überein.
Die Einzelwirkungen beeinflussen sich gegenseitig und dabei können völlig neuartige Dinge herauskommen. Ein Apfel ist eben viel mehr als die Summe seiner Einzelbestandteile. Es gibt also so etwas, wie den Gesamtwert eines Nahrungsmittels. Dieser ist aber mit den derzeitigen wissenschaftlichen Methoden nicht erfaßbar.
Ausgehend von diesem "vollen Wert" eines Nahrungsmittels entwickelte der Arzt und Ernährungsforscher Werner KOLLATH (um 1942) seine ganzheitliche Ernährungslehre.
Eine der Grundregeln fordert, die Nahrung so natürlich wie möglich zu belassen. Aus der Tabelle auf der nächsten Seite kann man den Ernährungswert diverser Lebensmittel entnehmen!
Die Lebensmittel werden in Abhängigkeit von Verarbeitung, Inhaltsstoffen und dem "vollen Wert" in Gruppen eingeteilt. Je natürlicher ein Nahrungsmittel ist, umso empfehlenswerter ist es für unsere Ernährung. Zusätzlich wird noch auf pflanzliche Produkte orientiert.
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I sehr empfehlenswert |
II empfehlenswert |
III weniger empfehlenswert |
IIII nicht empfehlenswert |
| unerhitzte Lebensmittel | erhitzte Lebensmittel |
stark verarbeitete Lebensmittel |
isolierte Lebensmittelbestandteile |
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gekeimtes Getreide Vollkornschrot (z.B.: Frischkornmüsli) |
Vollkornprodukte (z.B.: Vollkornbrot, - gebäck, -nudeln) |
Auszugsmehlprodukte (z.B.: Weizenbrot, Graubrot, weißer Reis) |
isolierte Stärke isoliertes Eiweiß isolierte Ballaststoffe |
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Frischgemüse (auch milchsauer) Frischobst gekeimte hülsenfrüchte (blanchiert) |
erhitztes Gemüse Gemüsesäfte Kartoffeln Obstsäfte erhitzte Hülsenfrüchte |
Gemüsekonserven Kartoffelprodukte Obstkonserven Sojamilch Tofu |
isolierte Farbstoffe Fruchtsaftgetränke isolierte Vitamine isolierte Mineralstoffe Sojakonzentrat Sojaisolat Sojafleisch |
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Nüsse Samen Ölfrüchte |
Butter, kaltgepreßte unraffinierte Öle ungehärtete Pflanzenmargarine aus oben genannten Ölen |
extrahierte raffinierte Öle Kokkosfett Schmalz |
gehärtete Margarine |
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Vorzugsmilch Rohmilchprodukte Rohmilchkäse |
Pateurisierte Milch und -produkte |
H-Milch-Produkte |
Sterilmilch Kondensmilch Milchpulver Milchimitate Schmelzkäse |
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Fleisch, Eier (1 bis 2x pro Woche) Fisch (1x pro Woche) |
Fleisch- und Wurstwaren Fleisch- und Fischkonserven |
Innereien Ei-Pulver |
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natürliches Mineralwasser Kräuter- und Früchtetee |
Leitungswasser Malzkaffee |
Tafelwasser Bohnenkaffee schwarzer Tee Kakao, Bier, Wein |
Limonaden, Colaund Instantgetränke Sportlergetränke Spirituosen |
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frische Kräuter und Gewürzsamen |
getrocknete Kräuter und Gewürzsamen iodiertes Meersalz iodiertes Kochsalz |
Gewürzextrakte Meersalz Kochsalz |
isolierte oder künstliche Aromastoffe |
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frisches, süßes Obst |
unerhitzter Honig eingeweichtes Trockenobst |
erhitzter Honig Apfel- und Birnendicksaft Melasse Zuckerrübensirup |
Kunsthonig isolierter Zucker Süßwaren künstliche Süßstoffe |
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sollte Hälfte der Nahrung ausmachen |
sollte Hälfte der Nahrung ausmachen |
nur selten verzehren | möglichst meiden |
(nach Q: MÄNNLE, KOERBER, LEITZMANN, HOFFMANN, V. HOLLEN 1992)
Quelle: BK_EL_Abgabe2002_Teile3.DOC
Die Vollwertkost ist pflanzlich geprägt.Tierische Produkte sind aber zugelassen, wenn auch in geringer Menge. Besonderen Wert wird auf die Auswahl und Vielgestaltigkeit der Nahrungsmittel gelegt.
Dadurch wird automatisch ein breites Spektrum an Nährstoffen, Wirkstoffen usw. aufgenommen. Mangelerscheinungen können dabei kaum auftreten.
In vielen Punkten stimmen die Vertreter der Vollwertkost und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihren Standpunkten überein. Für unsere Zwecke können die Standpunkte und Regeln als fast identisch angesehen werden.
Für die optimalere Auswahl bietet die DGE (und die Vollwertkost) diverse Regeln und Empfehlungen an:
Für die Auswahl geeigneter Nahrungsmittel empfiehlt die DGE folgendes Vorgehen:
Aus jeder der nachfolgenden sieben Lebensmittelgruppen sollte immer in der richtigen
Menge für die tägliche Ernährung ausgewählt werden.
Dabei sollte die Gruppen 1 bis 5 bevorzugt werden.
Aus den Gruppen 6 und 7 sollten weniger Nahrungsmittel in der täglichen Nahrung enthalten sein.
Vor allem aus der Gruppe 6 sollte das Angebot konsequent verändert werden.
Alles in Allem ist die Vollwertkost sicher die Idealform der Ernährung. Sie basiert auf gesicherte Erkenntnisse der Naturwissenschaften, nutzt moderne wissenschaftliche Ansätze (Systemtheorie) und ist an aktuellen und globalen Aspekten (Ökologie) orientiert.
Der Körper wird auf natürliche Art und Weise mit den notwendigen Stoffen und Stoffgemischen versorgt. Von den Wissenschaftlern (und der DGE) kommen zwar einige Kritiken hinsichtlich der jeweiligen Einteilungskriterien für die Nahrungsmittel, aber im Großen und Ganzen besteht ein breiter Konsenz. Die Ernährung nach Kriterien und Regeln der Vollwert-Kost ist bedarfsdeckend und gesund (auch nach Einschätzung des DGE).