Ernährung |
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Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen
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- Ernährung und Verpflegung im Alter |
Claudia Menebröcker |
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Um Senioren angemessen versorgen zu können, sind folgende Maßnahmen erforderlich: |
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Bedarfsgerechte Ernährung
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Die vollwertige Ernährung nach den Referenzwerten der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Ernährung (D.A.CH.-Referenzwerte) sollte die Grundlage der Verpflegung im Alter sein. Sie ist geeignet, um Mangelernährung und Dehydratation vorzubeugen und die optimale Versorgung zu sichern. |
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Getränke
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Alte Menschen ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Ein nachlassendes Durstgefühl, erlernte Trinkgewohnheiten wie „man trinkt nicht zum Essen“ oder „eine Dame trinkt nur kleine Schlucke“, aber auch Angst vor dem Toilettengang begründen dieses Problem. |
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Brot, Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte
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Brot, Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind wichtige Kohlenhydratlieferanten. Darüber hinaus enthalten sie auch Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Aus diesem Grund sollten sie reichlich gegessen werden. Erschweren Kau- oder Schluckstörungen die Speisenauswahl, so kann sehr feines Vollkornbrot ohne größere Kerne oder Vollkorntoast angeboten werden. Auch beim Kochen sollte statt Weißmehl möglichst Vollkornmehl verwendet werden, auf diese Weise ist die Versorgung mit Ballaststoffen leicht zu gewährleisten. Weißbrot sollte nur in Ausnahmefällen auf dem Teller liegen, da ihm Ballaststoffe fehlen, zudem ist es eher klebrig und schwerer zu schlucken. Kartoffeln essen gerade alte Menschen meist gern, sie sind uneingeschränkt empfehlenswert. |
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5 x am Tag Gemüse und Obst
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Jeder Mensch sollte täglich fünf Portionen Obst und Gemüse essen, um ausreichend Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Frisches Obst und Gemüse wird auch von alten Menschen gern gegessen, besonders wenn es in mundgerechte Stücke geschnitten und – je nach Geschmack – geschält ist. Kann jemand aufgrund von Kau oder Schluckbeschwerden kein frisches Obst essen, bietet man ihm Kompott oder Fruchtsaft an. |
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Milch- und Milchprodukte
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Milch und Milchprodukte enthalten hochwertiges Eiweiß und sind wichtige Calcium-Lieferanten. |
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Fleisch, Wurst, Fisch und Eier
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Fleisch und Wurst leisten einen wichtigen Beitrag zur Eisenzufuhr, sie enthalten auch die Vitamine B1, B6 und B12. Um den Bedarf an diesen Stoffen zu decken, reichen 300–500 g Fleisch und Wurst pro Woche aus. Alte Menschen verlieren jedoch oft den Appetit auf Fleisch, was unter anderem zu einem Eiweiß- und Eisenmangel führen kann, der gezielt ausgeglichen werden muss. |
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Fette und Öle
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Zuviel Nahrungsfett erhöht das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bei der Auswahl von Fetten und Ölen ist es sinnvoll, pflanzliche Fette den tierischen vorzuziehen, denn diese liefern in ausreichendem Maße die lebensnotwendigen Fettsäuren und fettlöslichen Vitamine. Butter als Streichfett für das Brot ist in kleinen Mengen akzeptabel, beim Kochen sollte statt Butter jedoch pflanzliches Fett bzw. Öl verwendet werden. Da Fett ein Geschmacksträger ist, werden manche Speisen mit Fett lieber gegessen. |
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Salz und Zucker in Maßen
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Die Sinneswahrnehmung nimmt im Alter ab – so auch der Geschmackssinn. Deshalb ist es empfehlenswert, Speisen für Senioren mit Gewürzen anzureichern, z. B. mit Bohnenkraut, Liebstöckel, Majoran oder Kümmel. Diese Gewürze sind älteren Menschen oft von früher bekannt und sie sind weniger gesundheitsschädlich als starke gesalzene Speisen. Zucker und mit Zuckerzusatz hergestellte Lebensmittel bzw. Getränke sind nur in kleinen Mengen zu empfehlen. Der Vorliebe für Süßspeisen sollte jedoch individuell nachgegeben werden, insbesondere wenn dies zur verbesserten Nahrungsaufnahme beiträgt. |
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Wenn Senioren nur kleine Mengen essen, sollten wenigstens die folgenden Mengen der täglichen Lebensmittelauswahl angestrebt werden, um die Mindestversorgung zu sichern. |
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Mindestmengen der täglichen Lebensmittelauswahl
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Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse beim Essen und Trinken |
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Ernährungsgewohnheiten
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Im Laufe des Lebens werden diese geprägt durch soziale, gesellschaftliche, religiöse oder kulturelle Erfahrungen und Werte. Die Biografie des alten Menschen ist daher von besonderer Bedeutung, um eine für ihn geeignete Ernährung anzubieten. Es lohnt sich herauszufinden, in welcher Region er aufgewachsen ist, ob er eher ländlich oder in der Stadt gelebt hat, mit wem er seine Mahlzeiten gemeinsam eingenommen hat, zu welchen Zeiten er üblicherweise isst, ob religiöse Anschauungen seine Essgewohnheiten geprägt haben und welche Bedeutung Essen und Trinken überhaupt für ihn haben. |
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Essen und Trinken als soziales Ereignis
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„In Gesellschaft schmeckt es am besten!“ Essen und Trinken gehören zum sozialen Leben dazu. Keine Feier geschieht ohne ein köstliches Mahl, bei kaum einer Einladung fehlt etwas zu essen. Menschen verabreden sich im Restaurant oder zum Kaffeekränzchen, dabei erleben sie oft mehr Genuss als wenn sie allein essen würden. Erschweren jedoch Probleme, z. B. eine Behinderungen oder Schluckstörungen, die Nahrungsaufnahme, so ziehen sich viele Menschen aus Scham zurück und nehmen ihre Mahlzeiten eher allein ein. Ebenso kann es passieren, dass Tischnachbarn in der Gemeinschaftsverpflegung ein verändertes Essverhalten unfreundlich kommentieren. |
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Ansprechende Gestaltung der Ess-Umgebung
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Die Umgebung, in der Speisen und Getränke eingenommen werden, spielt eine wichtige Rolle. |
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Tischgestaltung
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Ein schön gedeckter und dekorierter, übersichtlich gestalteter Tisch ist für die meisten Menschen eine ansprechende Einladung zu einer Mahlzeit. Senioren schätzen ein schönes Ambiente, um ihre Mahlzeiten einzunehmen. Eine Tischdecke, Servietten und vollständiges Besteck gehören dazu. Die Lieblingstasse oder das eigene Frühstücks-Brettchen geben den alten Menschen Sicherheit und fördern ihre Nahrungsaufnahme. Das Servieren der jeweiligen Mahlzeitenkomponenten (Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise) geschieht nacheinander, um Verwirrung und Überforderung, besonders für Menschen mit Demenz, zu vermeiden. Für sie spielen auch eindeutige Farben und Muster von Geschirr und Tischdecken eine wichtige Rolle. Teller mit farbigem Dekor oder auch Servietten mit Obstabbildungen (Erdbeeren u. a.) werden teilweise fehl gedeutet und einige versuchen so z. B. die Beeren aufzulesen, um sie essen zu können. |
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Rituale und Musik
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Rituale zur Einstimmung auf das Essen wie ein Gebet sprechen, ein Lied singen, sich die Hände reichen oder ein Gedicht aufsagen, geben zusätzlich Orientierung. Diese Handlungen schaffen ein Gefühl von Gemeinschaftlichkeit und Sicherheit. |
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Behandlung bzw. Kompensation von Beeinträchtigungen |
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Essen und Trinken - ein wichtiges Stück Lebensqualität |
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Weiterführende Literatur und Informationen |
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